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Implied Odds

Es gibt Situationen, da kommt man mit der normalen Odds-Berechnung nicht wirklich weiter. Gerade bei Draws ist dies häufig so. D.h. man hat zwar derzeit sehr schlechte Odds, weiß aber recht genau, dass diese sich in den folgenden Zügen stark verbessern können.

Aus diesem Grund gibt es die implied Odds, eine Berechnung also, die zukünftige Bets mit einbezieht, um zu entscheiden, ob man den Betrag bietet oder nicht. Ein Beispiel: In einem NL-Spiel mit 3 Spielern hat man 2 Herz auf der Hand und 2 Herz liegen nach dem Flop im Board. Damit hat man also 9 Outs sein Flush zu vervollständigen und damit eien 1 zu 5 Chance, ein Herz im Turn zu sehen.

Wenn jetzt 12$ im Pot sind und man selbst 3$ bringen muss, macht diese Bet keinen Sinn. Die Pot Odds sind 1:4 und die Odds sind 1:5, auf langfristige Sicht würde man also verlieren.

Mit dieser Sichtweise beschränkt man sich jedoch nur auf die aktuelle Situation ohne Bets im Turn und River miteinzubeziehen. Eigentlich bräuchte man in den weiteren Runden nur noch insgesamt 4$, damit ein Call richtig ist. In einem Spiel wie diesem kann man davon ausgehen, sogar noch weitaus mehr im Pot am Ende zu haben. Sagen wir mal, es wären 30$ am Ende, dann muss ich nur 3$ für 30$ zahlen, also 1:10. Vergleicht man das mit den Odds von 1:5 für das Flush, wäre das ein klarer Call.

Jedoch: die Pot Odds verändern sich natürlich, wenn jemand in den weiteren Runden erhöht. D.h. bei einem aggressiven Gegner, der viel raised, kann man davon ausgehen, mehr zahlen zu müssen als die 3$.

Alles in Allem sind implied Odds zwar nicht schwierig zu berechnen, beinhalten jedoch einige Schätzungen, die nur mit Erfahrung zu meistern sind. Zu diesen Schätzungen gehören die finale Potgröße und der erwartete Wert, den man selbst noch einzahlen muss. Klassische implied Odds Situationen entstehen bei Gegnern, die man eher als Calling stations einschätzt und man selbst sitzt auf einem potentiellen Nuts Draw.

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